Der Agrardienst Baden hat über Kooperationspartner schon seit Jahren ein umfassendes Angebot für BLHV-Mitglieder im Bereich der regenerativen Energie: Hackschnitzel- und Stückholzkessel, Rapsöl betriebene Blockheizkraftwerke und Solarstromanlagen. Von vielen unterschätzt wurde jedoch lange Zeit das Thema Erdwärme. Obwohl es aktuell keine alternative Wärmeversorgung für Haus oder Stall gibt, die eine höhere Unabhängigkeit und eine übers Jahr kontinuierliche Wärme- und Warmwasserversorgung bietet. Um diese Energiequelle nutzen zu können, ist es wichtig, dass sowohl das Gebäude als auch der Standort die notwendigen Voraussetzungen mitbringt. Entscheidende Faktoren sind hierbei zum Beispiel die bisherige Heiztechnik (Fußbodenheizung oder Heizkörper), der Wärmebedarf, die Isolierung des Gebäudes sowie die geologischen Gegebenheiten.
Da die Erdwärme grundsätzlich kostenlos zur Verfügung steht, ist die Wirtschaftlichkeit der Anlage hauptsächlich von den Investitionskosten abhängig, die je nach Anlagengröße durchschnittlich etwa 50 – 100 % über denen von Öl- oder Gasheizungen liegen. Für den Anlagenbetrieb (Wärmepumpe, Wärmetauscher) ist Strom notwendig. Für die Erzeugung von 4 kW Wärmeleistung wird 1 kW Strom benötigt. D. h., 75 % der Energie werden ohne Kosten erzeugt. Dies führt dazu, dass Erdwärmeanlagen bei geeigneten Vorrausetzung trotz der höheren Investitionskosten bereits nach 8-10 Jahren amortisiert sein können. Unterstützt wird dies zudem durch diverse Förderprogramme unter anderem des Landes Baden-Württemberg, des Bundes (BAFA) aber auch durch Unternehmen (z. B. EnBW).
Mit weiter steigenden Energiekosten wird die wirtschaftliche Attraktivität weiter zunehmen. Alle diejenigen, die bezüglich Ihrer häuslichen Wärmeversorgung vor einer Ersatzinvestition stehen und nach Alternativen zu Öl und Gas suchen, sollten die Möglichkeiten der Erdwärmenutzung ernsthaft prüfen.
Obwohl das Thema Erdwärme nicht mehr neu ist, gehen viele Heizungsbauer dazu auf Distanz. Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Da die Anlagen planerisch anspruchsvoll sind und zudem die Kenntnis der geologischen Grundlagen nötig ist, bleiben viele beim Altbekannten wie beispielsweise Gas und Öl. Viele versuchen, die Technik schlecht zu reden oder die Wirtschaftlichkeit in Frage zu stellen. Dabei handelt es sich bei Wärmepumpen um Anlagen, die in ihrer Lebensdauer und aufgrund der geringen Wartungsintensität beispielhaft sind.
Der Agrardienst Baden steht BLHV-Mitgliedern mit umfassender Beratung zur Seite. Für eine Ersteinschätzung, ob eine Erdwärmeanlage wirtschaftlich sinnvoll ist, kann ein Erhebungsbogen downgeloadet werden. Die Daten wertet der Agrardienst Baden für BLHV-Mitglieder kostenlos aus. Zudem besteht eine Kooperation mit dem ältesten und renommiertesten Hersteller für Wärmepumpen, der Firma Waterkotte. Für die Realisierung von Projekten sind zahlreiche geprüfte Heizungsbauer in der Region verfügbar.
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