Kleinkläranlagen

In Deutschland werden ca. 90% der häuslichen Abwässer in zentralen Kläranlagen gereinigt. In weniger besiedelten, meist ländlichen Gebieten entfällt der Anschlusszwang an die kommunalen Klärsysteme aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit. Hier werden Einzellösungen in Form dezentralen Kleinkläranlagen benötigt. Diese müssen nach dem Wasserhaushaltsgesetz und den kommunalen Abwasserrichtlinien so konzipiert sein, dass die Schadstofffracht des Abwassers so gering gehalten wird, wie dies bei Einhaltung der in Betracht kommenden Verfahren nach dem Stand der Technik möglich ist.

Durch den Einsatz von Kleinkläranlagen zur Klärung der anfallenden häuslichen Abwässer kann im ländlichen Raum eine kosteneffiziente Abwasserreinigung sichergestellt werden. In den letzten Jahren wurde die biologische Abwasserreinigung in Kleinkläranlagen, wie kaum ein anderes System der Abwassertechnik optimiert. Ein Ergebnis dieser Innovationsleistungen ist das Wirbel-Schwebebett-Biofilm (WSB)-Verfahren. Ein Verfahren zur Abwasserreinigung, das eine ökologische Verträglichkeit des behandelten Abwassers zuverlässig sicherstellt. Das WSB® -Verfahren bringt ganzjährig konstant hohe Reinigungsleistungen über den gesetzlichen Rahmen hinaus. Schon heute ist absehbar, dass die Anforderungen für die Abwasserreinigung weiter steigen werden. Die dezentrale Reinigung der Abwässer in Kleinkläranlagen ist daher in vielen Bundesländern längst als Dauerlösung vorgesehen.
Derzeit gibt es mehrere Klärtechniken, von denen die gebräuchlichsten Systeme einem Test der ZWA Wasser- Abwasserentsorgung „Mittleres Erzgebirgsvorland“ unterzogen wurden. Dies sind: Belebungsanlagen, Festbettanlagen, Membranbelebungsanlagen, SBR- Anlagen, Scheibentauchkörper, Wirbel- Schwebebett Biofilmverfahren (WSB), Tropfkörperanlagen sowie Pflanzenkläranlagen.
Laut Test erhielten die WSB- Anlagen und Pflanzenkläranlagen die Note sehr gut. Im Einzelfall sollte jedoch geprüft werden, welches der o.g. Systeme für den eigenen Haushalt am besten geeignet ist. WSB- Anlagen bieten 100% Leistung ab dem 1. Nutzer und bei geringem Wasserverbrauch (Unterlast), sowie eine hohe Reinigungsleistung bei Niedrigtemperaturen. Weiterhin lassen sich bestehende Dreikammergruben gut mit diesem Verfahren nachrüsten. WSB- Anlagen sind einfach und standortunabhängig installierbar.

Auch bei Pflanzenkläranlagen wird auf die gute Behandlungssicherheit bei Unterlast und Frost hingewiesen. Der Nachteil der Pflanzenkläranlagen sind die deutlich höheren Investitionskosten und der größere Platzbedarf.

Als Beurteilungskriterien insgesamt wurden herangezogen die durchschnittlichen Investitionskosten, der Energieverbrauch, Einhaltung der Ablaufwerte, Wartungskosten, Platzbedarf, Instandhaltungskosten, Bedienungsfreundlichkeit, Behandlungssicherheit bei Unterlast und Frost, sowie Nachrüstbarkeit für den Einbau in bestehende Dreikammergruben.

Die Agrardienst Baden GmbH hat mit der Firma RUF GmbH als Hersteller von WSB- Anlagen einen Kooperationsvertrag für BLHV- Mitglieder abgeschlossen, wobei jedes BLHV-Mitglied beim Kauf einer Anlage eine Rückvergütung von 3 % bzw. 8% auf den Netto- Behälterpreis erhält. Über weitere Details informiert der Agrardienst Baden, Anne van Roode Tel. 0761/21778-32.


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