Trinkwasseranalytik

Im Rahmen der zum 1.1.2003 in Kraft getretenen Trinkwasserverordnung fallen auch die früher als Hausbrunnen bezeichneten Kleinanlagen ebenfalls unter die Überwachungspflicht, d. h. es müssen in vorgegebenen Abständen Wasseranalysen durchgeführt werden.

Mit dem Inkrafttreten der Trinkwasserverordnung am 9.1.2018 hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) die geänderten Anhänge II und III der EG-Trinkwasserrichtlinie in deutsches Recht umgesetzt.

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Dies betrifft im landwirtschaftlichen Bereich wie bisher:

1) so genannte b-Anlagen: Inhaber dezentraler kleiner Wasserwerke, also Eigenwasserversorger mit Abgabe an Dritte oder Kontakt von Eigenwasser mit Lebensmitteln sowie

2) so genannte c-Anlagen: Inhaber von Kleinanlagen für den Eigenbedarf

Da Probenahmen und Untersuchungen bei vielen Labors mit sehr hohen Kosten verbunden sind, hat der Agrardienst Baden für die Mitglieder des BLHV günstige Mitgliederkonditionen mit der Laborgruppe Agrolab ausgehandelt. Diese liegen für Einzelproben als auch für Sammelproben i. d. R. unter denen anderer Laboratorien.
Die Probenahme muss entsprechend der Trinkwasserverordnung durch einen sachkundigen Probenehmer des Labors erfolgen. Eine eigene Probenahme durch den Brunnenbesitzer ist nicht zugelassen.

Weitergehende Informationen finden Sie im Mitgliederbereich.

zu 1) b-Anlagen:

(Dezentrale kleine Wasserwerke – sog. b-Anlagen - sind gemäß § 3 Nr. 2 Buchstabe b) der neuen Trinkwasserverordnung „ Anlagen einschließlich dazugehörender Wassergewinnungsanlagen und eines dazugehörenden Leitungsnetzes, aus denen pro Tag weniger als 10 Kubikmeter Trinkwasser entnommen oder im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit genutzt werden, ohne dass es sich um eine a-Anlage (zentrales Wasserwerk) oder c-Anlage (Kleinanlage für den Eigenbedarf) handelt.)

Die neue Trinkwasserverordnung gibt ein Untersuchungsintervall von drei Jahren für die umfassende Untersuchung vor. Der Untersuchungsumfang auf Pflanzenschutzmittel-Spuren kann reduziert werden. Besitzer von Quellen im Wald, in deren Quelleinzugsgebiet keine Pflanzenschutzmittel oder Biozide verwendet wurden, konnten bereits 2015 einen Antrag auf Untersuchungsverzicht für diese Parameter stellen. Der 2015 gewährte Untersuchungsverzicht ist weiterhin möglich. Voraussetzung hierfür ist, dass die Betreiber der Trinkwasseranlagen eine Selbsterklärung ausfüllen, unterschreiben und beim Landratsamt einreichen.

Eine Reduzierung weiterer Untersuchungs-Parameter oder der Probennahmehäufigkeit ist unter Vorliegen einer Risikobewertung möglich. Das ist für die Landwirtschaft allerdings kaum relevant. Die Risikobewertung ist von Fachleuten zu erstellen und dem zuständigen Gesundheitsamt vorzulegen. 

Untersuchungspflichten nach § 14 TrinkwV

b-Anlagen: Untersuchungsumfang:

Jährlich: Eine Untersuchung auf die Parameter der Gruppe A (bisher routinemäßige Untersuchung) gemäß Anlage 4 a) zu § 14 Abs. 2 und § 19 TrinkwV

Alle 3 Jahre: Eine Untersuchung auf die Parameter der Gruppe B (bisher umfassende Untersuchung) gemäß Anlage 4 b) zur TrinkwV oder ggf. Untersuchungen auf einzelne Parameter mit Grenzwertüberschreitungen aus vorangegangen Untersuchungen

Parameter Gruppe A (obligatorisch):

  • Enterokokken
  • Escherichia coli (E. coli)
  • Coliforme Bakterien
  • Koloniezahl bei 22 °C
  • Koloniezahl bei 36 °C
  • Färbung
  • Trübung
  • Geschmack (kann bei Verdacht auf mikrobiol. Belastung weggelassen werden
  • Geruch
  • pH-Wert
  • Elektrische Leitfähigkeit

Parameter Gruppe B (bisher umfassende Untersuchung)

  • alle in den Anlagen 1 bis 3 Teil I der TrinkwV festgelegten Parameter (http://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2001/BJNR095910001.html)
  • unter den dort genannten Bedingungen
  • wenn die Parameter nicht bereits als Parameter der Gruppe A zu untersuchen sind

c-Anlagen: Untersuchungsumfang

Jährlich: Pflicht zur regelmäßigen unaufgeforderten Untersuchung des Trinkwassers auf folgende Parameter: Enterokokken, E.Coli, Coliforme Bakterien, Koloniezahl bei 22°C/36°C, Clostridium Perfringens (wenn von Oberflächenwasser beeinflusst).

Alle 3 bzw. 5 Jahre: Die bisher mindestens alle drei Jahre notwendigen Untersuchungen können in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt auf ein Untersuchungsintervall von maximal fünf Jahren (vorher: drei Jahre) gestreckt werden. Die Untersuchungsparameter bestimmt der jeweilige Landkreis (LRA).

Gesetzestext im Netz:

Weitere Informationen zu den einzelnen Pflichten ergeben sich aus der neuen Trinkwasserverordnung bzw. der Verordnung zur Neuordnung trinkwasserrechtlicher Vorschriften: https://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2001/index.html

 

Ihre Ansprechpartnerin bei Agrolab für fachliche Fragen:

Frau Cornelia Haubrich, Tel. 0711 92556-99, E-Mail: cornelia.haubrich [at] agrolab.de

Ihre Ansprechpartnerin beim Agrardienst:

Nicole Mikosch

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Telefon +49 761 27133-830

E-Mail: nicole.mikosch [at] agrardienst-baden.de

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